Du packst des rohe Hendl überm Spülbecken aus, wirfst den Plastik in den Mist und drehst den Hahn auf. Des Wasser klatscht auf die Haut, kleine Tropfen spritzen an die Seiten vom Becken. Du reibst des Hendl gedankenlos unterm Strahl ab und fühlst di irgendwie tugendhaft, als würdest was Unsichtbares und a bissl Verdächtiges wegspülen.
Der Wasserhahn lauft weiter. Winzige Spritzer landen am Schwamm, an der Salatschleuder, am Babyflascherl, das am Abtropfgitter trocknet. Du merkst es ned.
Des Ritual fühlt si sauber an. Beruhigend.
Dann sagt da wer von der Gesundheitsbehörde, dass genau des gleiche Gschäftl ganz leise Salmonellen bis zu drei Fuß (rund 90 cm) rund um dein Spülbecken versprüht.
Und auf einmal fühlt si die „saubere“ Gewohnheit überhaupt nimmer sauber an.
Des falsche Gfühl vom „Saubermachen“ beim Hendl
Die meisten Leit, die rohes Hendl waschen, san ned leichtsinnig. Sie wollen vorsichtig sein. Bei der Oma hat ma’s so glernt, Kochsendungen ham’s früher a gmacht, und Fleisch unterm Hahn abzuspülen fühlt si an wie Dreck von am Apfel runterwaschen.
Nur: Hendl is ned einfach nur „schmutzig“. Es kann lebendige Bakterien tragen, die deine Küche genauso gern ham wie du.
In dem Moment, wo der Wasserstrahl auf des glitschige Hendl trifft, tauschst Beruhigung gegen Kontamination. Des Spülbecken, des Schneidbrettl daneben, sogar der Griff vom Wasserhahn werden Teil von ana unsichtbaren Spritzzone. Du glaubst, du bereitest s Abendessen vor. In Wirklichkeit könntest grad deine ganze Arbeitsfläche mit Salmonellen „würzen“.
Lebensmittelsicherheits-Forscherinnen ham tatsächlich gmessen, was passiert, wenn Leit rohes Geflügel waschen. In ana US-Studie wurden Hobbyköchinnen in Testküchen gefilmt, genau so, wie’s daham a tun. Ungefähr die Hälfte hat ihr Hendl abgespült.
Nachher ham Wissenschafter*innen die Umgebung abgwischt und untersucht. Bakterien sind auf Arbeitsflächen, im Spülbecken, an Kühlschrankgriffen und sogar auf Lebensmitteln aufgetaucht, die eigentlich roh gegessen werden sollen – zum Beispiel Salatblätter.
Das argste Detail: Diese mikroskopisch kleinen Tröpfchen verteilen si bis zu drei Fuß (rund 90 cm) in jede Richtung. Des is praktisch dein ganzer Spülbereich. Alles nur wegen ana Gewohnheit, die viele wirklich für „gute Hygiene“ halten.
Aus wissenschaftlicher Sicht is das Problem simpel: Wasserdruck plus rohes Geflügel ergibt a Aerosol aus Keimen. Du siehst’s ned, du riechst’s ned, du spürst’s ned. Du siehst nur a ordentliche Küche und a „abgwaschenes“ Hendl.
Salmonellen und Campylobacter mögen feuchte Oberflächen und Raumtemperatur. Also der „harmlose“ Spritzer, der auf’s Geschirrtuch oder den Schwamm geht? Des is quasi a VIP-Einladung, dass sich Bakterien ansiedeln und auf den nächsten Kontakt warten.
Wennst’s Hendl gscheit durchgarst, bringst um, was am Fleisch sitzt. Aber im Backrohr erreicht nix die Tröpfchen, die inzwischen am Schneidbrettl, am Messergriff oder an der Jausenbox vom Kind in der Nähe hängen. So fangt dann der Abend an, wo ma sagt: „I waaß ned, wovon i krank worden bin.“
So gehst mit Hendl sicher um, ohne dass dei Spüle zum Petrischal wird
Die sicherste Art, rohes Hendl zu handhaben, fangt an, bevor du überhaupt den Hahn aufdrehst. Schritt eins: Fürs Hendl drehst ihn gar ned auf. Nimm’s direkt aus da Packung auf a eigenes Schneidbrettl. Kein Abspülen, ka kurzer Spritzer, gar nix.
Wennst a knusprigere Haut willst, tupf’s mit Einweg-Küchenpapier trocken. Und dann das Papier sofort in den Mist.
Sobald’s Hendl in der Pfanne, in der Ofenform oder im Slow Cooker is: kurz stehen bleiben. Händ waschen – mit Seife und warmem Wasser mindestens 20 Sekunden, auch zwischen den Fingern und unter den Nägeln. Ja, des fühlt si lang an. Genau darum geht’s. Da machst wirklich sauber, was zählt: deine Hände, ned des Hendl.
Eine der größten Fallen is der „I bin halt gründlich“-Gedanke. Du greifst des rohe Hendl an, beantwortest a Nachricht am Handy, richtest die Brille, machst a Lade auf – alles, bevor du dir die Händ waschst. Kenn ma alle: der Moment, wo ma merkt, dass ma grad alles in da Küche mit „Hendl-Fingern“ angreift hat.
Bau dir kleine, realistische Gewohnheiten. Leg a Roll Küchenpapier und a Seifenspender direkt neben die Spüle. Nimm ein Schneidbrettl nur für rohes Fleisch, idealerweise a Kunststoffbrettl, das in den Geschirrspüler kann.
Und verlass di ned nur auf die Farbe. Nimm a Lebensmittelthermometer: 165°F (74°C) im dicksten Teil heißt, des Hendl is sicher. Hand aufs Herz: Ka Mensch macht des jeden Tag. Aber jedes Mal, wennst’s machst, senkst die Chance, dass dein Abendessen wem Bauchkrämpf beschert.
Lebensmittelsicherheits-Expertin Dr. Jennifer Quinlan hat’s in ana öffentlichen Kampagne sehr direkt z’sammgfasst: „Du wäschst die Bakterien ned weg, wennst Hendl abspülst. Du wäschst’s in deiner Küche herum.“
- Lass das Abspülen komplett Kein Waschen, ka Spritzen, ka Salmonellen-Nebel über 90 cm rund um die Spüle.
- Heiß und ganz durchgaren Thermometer verwenden, Ziel: 165°F (74°C) im dicksten Teil vom Fleisch.
- Kontaktzone sofort reinigen Arbeitsflächen, Spülrand und Griffe mit heißem Seifenwasser oder Desinfektionsmittel abwischen.
- Werkzeug trennen für roh und essfertig Ein Brettl und Messer fürs Hendl, ein anderes für Salat, Brot und Obst.
- Geschirrtücher und Schwämme wie Verdächtige behandeln Tücher heiß waschen, Schwämme oft wechseln, ned feucht und warm liegen lassen.
Neu überlegen, wie „sauber“ in deiner Küche wirklich ausschaut
Da steckt was sehr Menschliches drin, an Küchenritualen festzuhalten. Hendl in der Spüle zu waschen kommt oft aus Liebe: ma will sicher kochen, ma will’s „richtig“ machen. Des aufzugeben kann si anfühlen, als würdest a Familienregel brechen.
Aber sobald du dir diese unsichtbaren Tröpfchen vorstellst, die bis zu 90 cm vom Hahn wegfliegen und alles treffen, kippt die Idee von „sauber“ komplett. Sauber is ned kristallklares Wasser, das über blasse Hendlhaut rinnt. Sauber is a ruhiges, trockenes Hendl am Brettl, direkt in die Pfanne – und a Spüle, die gar ned erst zum Bakterien-Sprinkler worden is.
Beim nächsten Mal, wennst a Hendl auspackst, zögerst vielleicht kurz mit der Hand am Wasserhahn. In dieser kleinen Pause fangen neue Gewohnheiten an. Vielleicht lässt das Abspülen aus, wäschst stattdessen die Händ und veränderst leise, wie deine Küche funktioniert. Diese einfache Entscheidung is a Gschicht, die ma nie am Teller sieht: des Essen, das ned in ana Lebensmittelvergiftung endet, des Kind, das ned krank wird, der Abend, der einfach nur normal bleibt.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für dich |
|---|---|---|
| Hör auf, rohes Hendl zu waschen | Fließendes Wasser verteilt Bakterien bis zu drei Fuß (ca. 90 cm) rund um die Spüle | Weniger versteckte Kontamination auf Arbeitsflächen, Werkzeug und Lebensmitteln in der Nähe |
| Fokus auf die Gartemperatur | 165°F (74°C) Hitze tötet Salmonellen und andere Krankheitserreger | Klare, verlässliche Kontrolle, wann Hendl wirklich sicher ist |
| Die „Spritzzone“ gscheit reinigen | Seife, heißes Wasser und getrennte Werkzeuge für roh und essfertig | Senkt das Alltagsrisiko für lebensmittelbedingte Erkrankungen im ganzen Haushalt |
FAQ:
- Soll i rohes Hendl vor’m Kochen jemals abspülen?
Nein. Abspülen macht’s ned sicherer, es verteilt nur Bakterien in der Spüle, auf der Arbeitsfläche und auf Sachen in der Nähe.- Was, wenn’s Hendl schleimig ausschaut oder viel Flüssigkeit in der Packung is?
Du kannst’s mit Einweg-Küchenpapier trocken tupfen und das Papier dann wegwerfen. Kein fließendes Wasser verwenden.- Desinfiziert Zitronensaft oder Essig rohes Hendl?
Kann Geruch oder Geschmack verändern, aber tötet gefährliche Bakterien wie Salmonellen ned verlässlich ab.- Is Bio- oder Freilandhendl sicherer zum Abspülen?
Nein. Das Bakterienrisiko gibt’s unabhängig von der Haltung, und Abspülen verteilt Keime trotzdem.- Was schützt meine Familie wirklich vor Lebensmittelvergiftung?
Rohes Hendl von essfertigen Lebensmitteln fernhalten, auf 165°F (74°C) durchgaren, Händ waschen und Flächen nach Kontakt mit rohem Geflügel reinigen.
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