Du bist mitten in am Gespräch mit ana Freindin in am Café. Sie redt grad über a zachane Wochn in da Arbeit, die Finger fahrn am Tassenrand im Kreis. Dei Handy leuchtet am Tisch auf. A klanes Vibrieren. Dei Hand bewegt si fast von allan. Du schaust „nur ganz kurz“ owe - und auf amoi hörst nur no halb zua, scrollst halb weiter, kriegst nur jede dritte Satz mit und nickst zu de falschn Zeitpunkten.
Und dann is do des klane Stechen von schlechtem G’wissen, wennst aufschaust und siehst, wie ihr Blick kurz zu deinem Handy wandert.
Du warst do - aber eigentlich net wirklich do.
Wir tun gern so, als war des harmlos.
Was, wenn’s im Stillen verändert, wie ma zu Menschen in Beziehung san?
Was dei Scroll-Gwohnheit wirklich über dein Hirn aussagt
Wennst scrollst, während wer mit dir redt, bist net nur „a bissl abg’lenkt“. Du zeigst, wie dei Aufmerksamkeit g’lernt hat, si aufzuteiln - wie a Browser mit z’vü Tabs. Dei Hirn is net ganz bei da Person vor dir, und net ganz im Feed. Es hängt in so am nervösen Dazwischen.
Vielleicht wirst unruhig, wenn’s im Gespräch langsamer wird. Daumen zuckt in Richtung Bildschirm, sobald a Stille entsteht. Des is a Hinweis.
Es deutet drauf hin, dass dei Nervensystem Stillstand anfängt als etwas zu behandeln, wovon ma wegmüassn - net als etwas, wo ma drinbleiben kann.
Stell da a Familienessen vor. Dei Schwester erzählt von am medizinischen Schreck vom letzten Monat. Sie redt a Spur schneller als sonst, die Stimme bricht da und dort. Dei Vater fragt nach. Während sie antwortet, sperrt da Cousin unterm Tisch schnell sein Handy auf, nur „kurz den Spielstand checken“.
Innerhalb von zwoa Minuten san drei Handys draußn. Blicke tauchen ab und wieder auf wie Jo-Jos. Die Spannung aus ihrer G’schicht rinnt ausm Raum. Net weil’s kan interessiert. Sondern weil Interesse heit konkurriert - mit Benachrichtigungen und Mikro-Belohnungen.
Des Gespräch bricht net z’samm, es wird dünner. Anwesenheit wird zu Hintergrundrauschen.
Für so a zerstreute Aufmerksamkeit gibt’s an Begriff: Aufmerksamkeits-Fragmentierung. Des passiert, wenn unser Fokus ständig in klanere Stückerl g’schnitten wird - durch Alerts, Feeds und die Angst, draußen irgendwas zu verpassen. Jeder klane Neuigkeits-Kick fühlt si für a Sekund guat an. Mit da Zeit lernt’s Hirn, dem nachzujagn.
Und wennst dann wem gegenüber sitzt, is dein System eh schon bereit für den nächsten Stimulations-Flick. Drum kann echte Präsenz plötzlich seltsam schwer oder langsam wirken.
Du host dei Geist auf Tempo trainiert - und steckst ihn dann in an Moment, der Tiefe verlangt.
Warum ma bei Menschen scrollt, die ma eigentlich mag (und wie ma aufhört, des im Autopilot zu tun)
A ganz einfacher Schritt kann die ganze Szene verändern: Leg’s Handy körperlich außer Reichweite, bevor’s Gespräch überhaupt losgeht. Net nur umdraht am Tisch - sondern in die Taschen, in an andern Raum, sogar unter die Jackn. Bau a bissl Reibung ein zwischen dir und dem Impuls.
Die kurze Pause zählt. Sie gibt da die Chance zu merken: „Aha, i will grad zum Handy greifen“, statt dass’d es einfach tust, ohne nachzudenken.
Präsenz hat weniger mit heroischer Willenskraft zu tun und mehr damit, dass ma klane „Temposchweller“ für die eigenen Impulse einbaut.
Wennst di mitten im Gespräch beim Scrollen erwischst, fall net in Scham. Nenn’s einfach laut: „Entschuldigung, i bin kurz abdriftet - i leg’s weg.“ So a ehrlicher Reset kann für beide Seiten überraschend erleichternd sein. Es zeigt: Die Person zählt mehr als da Feed.
A häufige Falle is, so zu tun, als könnt ma durch wichtige Momente „multitasken“. Seien ma ehrlich: Niemand schafft des jeden Tag perfekt. Wir rutschen alle ins Halb-Zuhören, wenn ma müd, g’stresst oder fadisiert san.
Reparatur fangt dort an, wo’d aufhörst zu tun, als hätt’s ka Auswirkung auf die Person vor dir.
Manchmal is des Mutigste, was’d in am Gespräch tun kannst, die Stille auszuhalten, dem Drang zu widersteh’n, zum Handy zu greifen, und beim G’sicht vom andern Menschen zu bleiben statt bei da eigenen Unruhe.
Nutz klane Rituale, um die Entscheidung zu verankern. Vor am Kaffee mit ana Freindin oder an 1:1 mit am Kollegen probier a 10-Sekunden-Check-in: Spür die Füß am Boden, nimm an langsamen Atemzug, und entscheid dann, wo dei Handy die nächsten 30 Minuten „wohnt“.
Ihr könnt’s euch sogar auf a gemeinsame Regel für gewisse Momente einigen:
- Handy net am Tisch bei Essen mit Menschen, die da wichtig san
- Ein „Foto/kurz checken“-Moment, dann Geräte weg
- A Code-Satz („Kumm zrugg zu mir“), wenn wer ins Display abdriftet
So klane Vereinbarungen machen Präsenz weniger zerbrechlich - und weniger einsam zum Beschützen.
Echte Präsenz wieder aufbauen in ana Welt, die uns trainiert, woanders zu sein
Aufmerksamkeits-Fragmentierung is ka moralisches Versagen - es is a Umgebungsproblem, in dem ma alle drin leben. Unsere Geräte san so gebaut, dass’s den Kampf um unsere Augen gewinnen. Und sie san verdammt guat drin. Der leise Preis: Tiefe Gespräche fühlen si irgendwann nach harter Arbeit an, und die Menschen, die ma lieben, kriegen a bissl a dunklere Version von uns.
Des zu richten heißt net, a digitaler Mönch zu werden. Es heißt, jeden Tag ein paar Momente zu wählen, wo eine Sache - ein Mensch, eine Aufgabe, eine G’schicht - di ganz haben darf.
Du kannst mit „handyfreien Inseln“ experimentieren: die ersten 10 Minuten von jedem Meeting, Bettgeh-G’spräche, der Heimweg mit dem Partner oder der Partnerin, a wöchentliches Abendessen, wo alle zustimmen, dass die Außenwelt kurz warten kann. Beobacht, was si ändert: wie’d zuhörst, und wie andere offener werden, wenn’s sich wirklich g’sehn fühlen.
Die spannendere Frage is net: „Wie benutz i mei Handy weniger?“
Sondern: „Wer will i sein, wenn wer direkt vor mir steht?“
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für die Leserin/den Leser |
|---|---|---|
| Scrollen signalisiert fragmentierte Aufmerksamkeit | Handy-Nutzung im Gespräch zeigt, wie dei Fokus trainiert is, si aufzuteiln und Mikro-Stimulation nachzujagn | Hilft, die G’wohnheit als Hirn-Muster zu sehen, net nur als „schlechte Manieren“ |
| Klane körperliche Änderungen schlagen pure Willenskraft | Handy außer Reichweite legen, Reibung einbauen und einfache Rituale nutzen schafft Raum, Präsenz zu wählen | Gibt realistische, stressarme Wege, mit Menschen präsenter zu sein |
| Präsenz lässt si in „Inseln“ wieder aufbauen | „Handyfreie Inseln“ und gemeinsame Abmachungen machen fokussierte Verbindung machbar und nachhaltig | Zeigt, wie ma Aufmerksamkeit repariert, ohne Technik komplett zu streichen oder si zu isolieren |
FAQ:
- Frage 1 Ist es immer unhöflich, am Handy zu schauen, während wer mit mir redt?
- Frage 2 Was, wenn i im Job dauernd erreichbar sein muss?
- Frage 3 Wie erklär i des Freindinnen/Freinden, die ständig am Handy san?
- Frage 4 Kann Kurzformat-Content wirklich meine Aufmerksamkeitsspanne verändern?
- Frage 5 Was is a klane G’wohnheit, mit der i heute anfangen kann, um mi präsenter zu fühlen?
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