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Obwohl ich die Heizung aufdrehte, war mir immer noch kalt: Experten verraten den wahren Grund für dieses häufige Problem zu Hause.

Person misst die Temperatur eines Heizkörpers mit einem Infrarotthermometer; digitales Thermometer auf Tisch.

Der Thermostat hat 23 °C angezeigt, aber meine Zechn haben drauf bestanden, dass bei mir daheim grad Jänner in Sibirien is.
Die Heizkörper haben leise g’summt, das kleine rote Heiz-Lamperl war an – und trotzdem is die Kälte irgendwie unter der Tür durch, unter meinen Pulli, unter die Haut. Ich hab des gmacht, was die meisten machen: hingegangen, Stirn gerunzelt und auf den Thermostat g’klopft, als würd er mi persönlich beleidigen.

Die Zahl is raufgangen. Mein Wohlfühlen ned.

Irgendwann hab i nimmer nur dem Wetter die Schuld gebn, sondern hab meine Wänd, meine Fenster und meinen eigenen Körper hinterfragt. Werd i krank? Geht der Kessel bald ein? Oder spielt da irgendwas anderes ganz leise mit bei dem Rätsel „daheim immer kalt“?

Da hab i von Expert:innen auf einmal a ganz andere G’schicht g’hört.

Die schockierende Wahrheit: Die Heizung is ned immer das Problem

Fragst an Heizungsinstallateur, sagt er da: Die Thermostat-Zahl is nur die halbe Wahrheit. Was wirklich zählt, is, wie gut dei Wohnung/Haus die Wärme hält, wo’s sie verliert und wie’s die Wärme verteilt. Du kannst am Papier 23 °C haben und dich trotzdem fühlen, als würdest in einer steinernen Kirche campieren.

Ein Experte, mit dem i g’redt hab, hat’s verglichen mit heißem Kaffee in an Papierbecher voll Löcher: „Du kannst immer nachschütten“, hat er gsagt, „aber du fütterst nur die Lecks.“ Genau des passiert, wenn ma in schlecht gedämmten, zugigen oder hydraulisch unausgeglichenen Häusern die Heizung immer weiter aufdreht.

Die Heizung arbeitet.
Dein Komfort ned.

Nimm die Laura, 37, die in an ganz normalen Doppelhaus wohnt. Letzten Winter is ihre Gasrechnung um 38 % raufgangen, und trotzdem is sie ständig mit Hoodie und dicken Socken herumglaufen. Für ihre Büro-Ecke hat’s sich sogar a kleines Steckdosen-Heizgerät kauft. Der Thermostat hat 22 °C angezeigt – aber sie hat g’schworen, es „fühlt si an wie 17“.

Wie’s endlich an Profi g’ruft hat, hat der ned beim Kessel ang’fangen. Sondern bei den Fenstern, bei der Dachbodenluke und bei den Heizkörpern. Ein Schlafzimmer-Heizkörper war halb voll Luft, am Dachboden war kaum Dämmung, und unter der Eingangstür war a kleiner Spalt, durch den ständig a eiskalter Luftfaden über den Boden gezogen is.

Wie die drei Sachen behoben waren, hat sie den Thermostat um 2 Grad runterdreht – und sich endlich warm g’fühlt.

Fachleut reden da von drei großen Übeltätern hinter dem „Pseudo-warm“-Gefühl: Wärmeverlust, kalte Oberflächen und schlechte Luftzirkulation. Wärme haut ab über Dach, Wände, Glas und winzige Ritzen, die ma kaum sieht. Kalte Oberflächen – wie einfach verglaste Fenster oder ungedämmte Wände – „strahlen“ die Kälte zurück, und du fühlst dich kalt, auch wenn die Lufttemperatur eh passt.

Und dann is da noch die Zirkulation: Wenn Heizkörper von Sofas verdeckt werden, voller Luft sind oder schlecht abgeglichen, werden manche Räume überheizt und andere werden nie wirklich warm. Dein Körper spürt den Unterschied – und sortiert die ganze Wohnung unter „kalt“ ein.

Wennst also immer weiter aufdrehst und sich nix ändert, liegt’s selten nur am Knopf vom Kessel.

Was Expert:innen wirklich tun, wenn a Wohnung „nie warm wird“

Das Erste, was Profis checken, is ned der Thermostat, sondern die Gebäudehülle. Also alles, was nach außen geht: Dach, Wände, Fenster, Türen und Boden. Sogar einfache Sachen – wie an windigen Tag mit der Hand die Kanten vom Fensterrahmen abfahren – können überraschend starke Zugluft zeigen.

Manche Energieberater nutzen im Winter am Abend Wärmebildkameras. Am Bildschirm leuchten warme Luft-Lecks wie Neon-Ausgänge: rund um Steckdosen in Außenwänden, unter schlecht eingepassten Türen, bei Übergängen zwischen Decke und Wand. Genau dort verschwindet deine teuer bezahlte Wärme still und leise.

Eine Grundregel kommt immer wieder: Erst die Lecks stoppen, dann für mehr Wärme zahlen.

Ein erstaunlich häufiger Tipp lautet: „Heizkörper freimachen.“ Viele schieben das Sofa an die Wand, stellen a großes Bett vor den Heizkörper oder hängen den ganzen Winter nasse Wäsche drüber. Praktisch wirkt’s. Die Effizienz killt’s.

Installateure empfehlen oft, mindestens 20–30 cm Platz vor Heizkörpern zu lassen und zu prüfen, ob er oben wirklich heiß is und ned nur unten. Wenn’s oben kalt bleibt, muss er wahrscheinlich entlüftet werden. Diese kleine Fünf-Minuten-Arbeit kann aus einem Raum, der nie richtig warm wird, einen machen, der endlich zur Thermostat-Zahl passt.

Seien wir ehrlich: Das macht kaum wer wirklich regelmäßig.

Wenn Spezialist:innen übers Frieren daheim reden, bleiben’s ned bei Ziegel und Rohren stehen. Sie erwähnen auch Gesundheit. Schilddrüsen-Unterfunktion, Anämie, schlechte Durchblutung oder einfach „z’sammg’haut“ sein kann einen normalen Raum eisig wirken lassen.

Ein Bauphysiker hat mir g’sagt, er fragt immer zwei Sachen: „Sind deine Wände kalt zum Angreifen?“ und „Is dir auch bei Freund:innen immer kalt?“ Wenn nur die erste Frage mit Ja beantwortet wird, is eher das Haus der Schuldige. Wenn beides Ja is, sollt auch der Körper einmal g’checkt werden.

Kälte is selten nur eine Sache – meistens is es ein Stapel kleiner Probleme, die übereinanderliegen.

Kleine Änderungen, die das „immer kalt“-Gefühl schneller fixen, als du glaubst

Der effektivste Schritt, den Expert:innen dauernd wiederholen, is brutal einfach: Fang bei Fenstern und Türen an. Kleb-Dichtband rund um Rahmen, eine g’scheite Türbodendichtung und dickere Vorhänge können aus einem eigenartig kühlen Zimmer in einem Nachmittag ein gemütliches machen.

Manche Profis empfehlen sogar den Old-School-Trick: Vorhänge schließen, sobald es dunkel wird. Glas verliert Wärme viel schneller als eine massive Wand – besonders in kalten Nächten. Mit zugezogenen Vorhängen sinkt die „Strahlungskälte“ vom Fenster, und dein Körper entspannt. Auf einmal wirkt’s, als würd der Thermostat die Wahrheit sagen.

Für viele Haushalte bringt diese billige Stoff-Barriere mehr als die Heizung um zwei Grad raufzudrehen.

Ein anderer häufiger Profi-Move: Schau unter deine Füße. Nackte Holzböden oder dünnes Laminat über einem unbeheizten Bereich (z. B. Keller oder Kriechkeller) wirken wie eine riesige Kühlplatte. Drum sind deine Zechn oft die ehrlichsten Kritiker im Haus.

Einfache Trittschalldämmung, Teppiche oder sogar Basis-Bodendämmung an Schlüsselstellen können das Spiel ändern. Ned spektakulär fürs Auge – aber sehr spürbar an einem Jänner-Morgen. Und wenn deine Heizkörper so kleine Ventile mit Zahlen drauf haben (Thermostatventile), kann ein Abgleich helfen: die heißesten Räume runter, die kältesten mehr auf – und die Wärme verteilt sich gleichmäßiger.

Klingt pingelig, kann aber der Unterschied sein zwischen „des Haus wird nie warm“ und „jetzt passt’s endlich“.

Viele Heizungsprofis geben leise zu: Technik allein richtet’s ned, wenn Wärme ständig gegen Physik und Gewohnheiten ankämpft. Drum geben’s oft eine kleine Checkliste, bevor’s einen größeren Kessel empfehlen.

„Einer der größten Fehler is, dass die Leute glauben, das Problem is immer der Kessel“, sagt Tom, der seit 20 Jahren Heizungen serviciert. „Meistens macht die Anlage genau das, was man ihr sagt. Das Haus und die Art, wie wir drin leben, arbeiten dagegen.“

  • Heizkörper zu Beginn jeder Heizsaison entlüften – Luft drinnen heißt lauwarme Flächen und ungleichmäßige Wärme.
  • Dicke, gefütterte Vorhänge bei Außenfenstern – wirken nachts wie eine zusätzliche, flexible Dämmschicht.
  • Zugluft an Rahmen und Türen abdichten – kleine Spalten summieren sich zu einem dauerhaft kühlen Gefühl.
  • Heizkörper vorne frei lassen – Wärme braucht Platz, um in den Raum zu strömen, statt hinter Möbeln stecken zu bleiben.
  • Wenn du immer frierst: Haus und Gesundheit checken – Komfort entsteht an der Schnittstelle von beidem.

Warum dieses „Pseudo-warm“-Gefühl wichtiger is, als wir zugeben

Es gibt eine stille Frustration, wenn man in einem Zuhause lebt, das nie ganz warm genug wirkt. Man beginnt den eigenen Körper zu hinterfragen oder fühlt sich schuldig wegen Rechnungen, die man zahlt – für einen Komfort, der nie richtig ankommt. Man streitet mit Partner:innen über die Thermostat-Einstellung, über offene Fenster, über die eine Tür, die irgendwer immer einen Spalt offen lässt.

Darunter passiert was Tieferes: Wir wollen alle, dass sich das Zuhause wie eine sichere Schale anfühlt. Wenn die Luft auch nur leicht „feindlich“ wirkt, bekommt diese Schale Risse. Man merkt’s in Kleinigkeiten – zehn Minuten länger duschen, aus dem Bett arbeiten, gewisse Räume nach 20 Uhr meiden.

Expert:innen, die über Energieeffizienz reden, landen oft beim Thema Würde, ohne das Wort zu verwenden. Ein gut beheiztes, gut abgedichtetes, gut abgeglichenes Zuhause is ruhiger, gelassener und angenehmer für den Körper. Du zitterst weniger, schläfst besser und hörst auf, alle zwei Stunden zwanghaft auf den Smart-Meter zu schauen.

Und wenn die Basics passen – Dämmung, Zugluftkontrolle, g’scheite Zirkulation – wird der Thermostat weniger zum täglichen Schlachtfeld. Du kannst a niedrigere Zahl einstellen und dich trotzdem warm fühlen. Gut fürs Geldbörserl, für den Stresspegel und ehrlich gesagt für die Laune über die ganze Saison.

Die Thermostat-Zahl hört auf, a Lüge zu sein. Dein Körper fängt wieder an, dem Zuhause zu vertrauen.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leser:innen
Versteckter Wärmeverlust Kalte Wände, Fenster und kleine Zugluftspalten können eine hohe Thermostat-Einstellung aushebeln Erklärt, warum man friert, obwohl die Heizung „voll rennt“
Einfache physische Maßnahmen Heizkörper entlüften, Spalten abdichten, dicke Vorhänge, Teppiche auf kalten Böden Praktische, günstige Schritte, um ohne hohe Kosten wärmer zu werden
Körper–Haus-Balance Gesundheit und Gebäudezustand beeinflussen gemeinsam den Wärmekomfort Regt an, medizinische und bauliche Faktoren anzuschauen

FAQ:

  • Warum frier i, obwohl der Thermostat 22–23 °C anzeigt? Weil dein Körper auch auf kalte Oberflächen und Zugluft reagiert – ned nur auf die Lufttemperatur. Wenn Wände, Fenster oder Böden kühl sind, fühlst dich auch bei „normalen“ Werten kalt.
  • Wird’s schneller warm, wenn i die Heizung höher aufdreh? Nein. Die meisten Systeme heizen mit fixer Leistung. Höher einstellen heißt meistens nur: länger laufen – das kann später überheizen und die Rechnung erhöhen, ohne Lecks oder Zugluft zu lösen.
  • Woran merk i, dass i die Heizkörper entlüften muss? Wenn oben kalt bleibt und unten heiß is oder wenn du Gluckern hörst, is wahrscheinlich Luft drin und es braucht a schnelles Entlüften.
  • Macht schlechte Dämmung wirklich so viel aus? Ja. Ungedämmte Dachböden, dünne Wände und Einfachverglasung können so viel Wärme verlieren, dass dir kalt ist, obwohl der Kessel brav arbeitet.
  • Wann sollt i lieber a Profi rufen statt selber herumzutun? Wenn du Zugluft abgedichtet, Heizkörper entlüftet und Möbel umgestellt hast und trotzdem frierst – oder wenn manche Räume nie warm werden – is es Zeit für einen Heizungsprofi oder Energieberater, der Anlage und Gebäudehülle prüft.

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