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Heizungsprofis erklären, welches Thermostat-Verhalten viele im Winter falsch deuten – und was das tatsächlich für den Energieverbrauch bedeutet.

Hand dreht an Heizungsregler, Thermometer und dampfende Teetasse auf Tisch, Fenster im Hintergrund.

Der Radiator hat tickt, als würd er drüber nachdenken. Draußen hat sich die erste g’scheite Kält vom Jahr eingenistet – so a Kält, die da in die Nasn beißt, wennst schnell die Mistkübel rausstellst. Drinnen is die Emma in an großen Hoodie vorm Thermostat g’standen und hat immer wieder auf den Pfeil nach oben druckt, als würd sie an Lift rufen, der einfach net kommt.
Sie hat zug’schaut, wie die Zahl von 19 °C auf 25 °C raufkraxlt, und hat auf den sofortigen Wärmeschub g’wartet, auf den ma immer hofft und den ma dann doch nie wirklich kriegt.

Der Kessel is dann losg’brüllt, des Haus hat g’summt, und sie is weg gangen – insgeheim a bissl stolz auf ihren „Hack“.

Nur: Wie Heizungsinstallateure seit Jahren eher leise sagen, is der „Hack“ großteils a Täuschung.
Und er kostet die Leit weit mehr, als’s glauben.

Die alltägliche Thermostat-G’wohnheit, die still und leise dein Geld verbrennt

Frag irgendan Heizungsinstallateur, was eam im Winter wahnsinnig macht, und du kriegst fast immer dieselbe Antwort: Leit behandeln den Thermostat wie a Gaspedal. Mehr reintreten, schneller fahren. Höher drehen, schneller warm werden.
Bei Einsätzen während Kältewellen sehn’s des dauernd. Wer steht zitternd im Vorraum und haut die Einstellung von „eh okay“ 19 °C direkt auf 26 °C – „nur für an Boost“.

Von außen wirkt’s logisch. Des Haus is eiskalt, du bist müd, du willst Wärme jetzt. A bissl raufdrehen fühlt sich schwach an, wie Flüstern im Sturm.
Also drehen die Leit auf.
Und dann stelln’s den Wasserkocher auf und san überzeugt, die Anlage „arbeitet jetzt härter“.

Ein Installateur, mit dem i g’redt hab, der Mark, betreut a große G’gend in ana Vorstadt. Er sagt, er kann die Anrufe praktisch vorhersagen, sobald der erste Frost kommt.
„Die Leit sagen ma: ‚Die Heizung reagiert net, i dreh immer weiter auf, und dann drehen die Rechnungen komplett durch‘“, sagt er und schüttelt den Kopf. „Die glauben, a Thermostat is wie a Dusche – höher drehen, und’s Wasser wird heißer und schneller. Aber a Haus funktioniert net so.“

Er erinnert sich an a Familie, die ihren Thermostat hin- und herg’schupft hat: 16 °C, wenn’s weg waren, und 25 °C, sobald’s reinkommen san.
Im Februar hat sich ihre Abbuchung verdoppelt. Sie haben glaubt, der Energieanbieter is schuld. Der Tatort war auf der Wand im Vorraum.

Die nackte Wahrheit is brutal einfach: Dein Thermostat is ka Beschleuniger.

Eher a Deckel.

Wennst ihn auf 25 °C stellst, sagst dem Kessel net „feuer stärker“, du sagst nur „lauf länger“. Deine Radiatoren geben ungefähr mit derselben Leistung Wärme ab – egal ob du 20 °C oder 28 °C einstellst. Was sich ändert, is wie lang’s rennt und wie warm’s am End wirklich wird.
Der „Boost“, von dem du glaubst, er macht’s schneller, is meistens nur a Versprechen, dass d’ später die Bude überheizt – und dabei mehr Energie verheizt, als du je braucht hättest.

Was Heizungsinstallateure empfehlen, wenn die Kält wirklich zwickt

Die Methode, die die meisten Installateure im Stillen empfehlen, klingt zuerst fad: Stell a g’scheite Temperatur ein und halt’s stabil.

Für die meisten Wohnungen und Häuser is des irgendwo bei 18–21 °C – je nachdem, wie gut’s gedämmt is und wie warm du’s gern hast. Bei an Kälteeinbruch raten’s, nur um ein Grad zu erhöhen und dem Haus Zeit zu geben, nachzuziehen.
Denk an dein Haus wie an an großen Wärmeschwamm. Der saugt Wärme net schneller auf, nur weil du die Zahl lauter „anschreist“.

Was wirklich hilft: die Heizung a bissl früher starten – net höher drehen. Smarte Thermostate nennen des „Preheat“. Bei alten Geräten erreichst des Gleiche, wennst sie so programmierst, dass sie z. B. 45 Minuten vor’m Aufstehen anspringt, net erst zehn Minuten davor.

Des heißt net, dassd den ganzen Winter wie a Mönch mit nur ana fixen Zahl leben musst.

Installateure reden von „Komfortbereichen“ – a kleiner Bereich, in dem’s angenehm is und die Anlage effizient läuft. Für viele heißt des: vielleicht 19 °C am Tag, wennst dich bewegst, 20 °C am Abend, wennst ruhig sitzt. Bei brutalem Frost vielleicht 21 °C als Obergrenze.
Was das System wirklich aus dem Tritt bringt, is des Jo-Jo-Spiel von 15 °C auf 24 °C und wieder zurück – Tag für Tag. Wände, Böden und Möbel kühlen komplett aus, und dann zahlst jedes Mal, dass die ganze Masse wieder von Null aufgewärmt wird.

Wir kennen’s eh alle: Du kommst spät heim, die Wohnung fühlt sich an wie a Kühlschrank, und du haust den Thermostat rauf „nur diesmal“.
Seien wir ehrlich: Ka Mensch macht des jeden Tag perfekt diszipliniert. Aber Installateure sehn klar, dass Häuser mit kleinen, sanften Änderungen fast immer niedrigere Rechnungen haben – und weniger „der Kessel is kaputt“-Panik.

Der Trick, sagen die Profis, is: Hör auf, den Thermostat wie a Stimmungsring zu behandeln, und fang an, ihn wie an stillen Vertrag mit deinem Haus zu sehen.

„Dein Thermostat is ka Lautstärkeregler, sondern a Versprechen“, sagt die Sarah, Heizungsinstallateurin mit 15 Jahren Berufserfahrung. „Du versprichst, dassd bereit bist zu zahlen, was es kostet, dein Zuhause auf genau der Zahl zu halten. Wennst jedes Mal, wenn’s dir a bissl kalt is, auf 24 °C stellst, brauchst dich net wundern, wenn die Rechnung irgendwann ausschaut wie a Telefonnummer.“

  • Stell für Kältephasen a realistische „Dauer-Komforttemperatur“ ein (oft 18–20 °C).
  • Mach nur kleine Schritte von 1 °C und gib dem System 30–60 Minuten Zeit, bevorst wieder drehst.
  • An wirklich eisigen Tagen lieber früher aufwärmen als höher aufdrehen.
  • Türen zu ungenutzten Räumen schließen, damitst net „toten Raum“ mitheizt.
  • TRVs (Thermostatventile am Radiator) checken, ob’s zu deiner tatsächlichen Raumnutzung passen.

Komfort neu denken, wenn’s Wetter richtig brutal wird

Sobald du verstehst, dass der Thermostat ka „Turbo“-Modus hat, fühlt sich die ganze Winterroutine anders an. Du achtest mehr drauf, wie lang dein Zuhause zum Warmwerden braucht – net nur auf die Zahl an der Wand. Du merkst, dass Patschen und a Pulli den Unterschied machen können zwischen „19 °C is gemütlich“ und „22 °C fühlt sich trotzdem kalt an“.
Und du siehst auch, warum zwei Nachbarn mit fast identen Häusern komplett unterschiedliche Rechnungen haben können – nur wegen dem, wie sie dieses kleine Plastikkastl im Vorraum behandeln.

Es hat was Beruhigendes, wenn ma weiß, was wirklich passiert. Statt bei jedem Luftzug, der dir um die Knöchel zieht, nervös auf Knöpfe zu drücken, kannst entscheiden: Will i die langfristige Obergrenze wirklich raufsetzen – oder brauch i grad einfach zehn Minuten Wärmflasche und dickere Socken?
Installateure sagen, die zufriedensten Kundinnen und Kunden san net unbedingt die mit den teuersten Kesseln. Sondern die, die sich mit a gleichmäßigen, moderaten Wärme arrangiert haben – und vom Thermostat nimmer erwarten, dass er auf Zuruf Wunder wirkt.

Kernaussage Detail Nutzen für Leser:innen
Thermostate machen das Heizen net schneller Höher drehen lässt die Anlage nur länger laufen, net schneller warm werden Hilft, die „auf 25 °C aufdrehen“-Gewohnheit zu vermeiden, die die Kosten raufjagt
Kleine, gleichmäßige Änderungen funktionieren am besten 1 °C-Anpassungen und Vorheizen sind effizienter als große Sprünge Praktischer Weg, warm zu bleiben ohne böse Kosten-Überraschungen
Komfort is a System, ka Zahl Kleidung, Dämmung, Türen und Timing sind genauso wichtig wie die Einstellung Ermöglicht a realistische Winterstrategie, die sich gut anfühlt und weniger kostet

FAQ:

  • Heizt’s schneller, wenn i den Thermostat höher stell?
    Normalerweise net. Kessel und Radiatoren liefern ungefähr mit derselben Leistung Wärme. A höhere Einstellung sagt dem System nur, dass es länger laufen soll, bis’s insgesamt wärmer is – was meist mehr Energieverbrauch bedeutet.
  • Welche Temperatur is bei an Kälteeinbruch sinnvoll?
    Viele Installateure empfehlen für die meisten 18–20 °C, mit 21 °C als obere Grenze, wenn dein Zuhause zugig is oder du die Kält stärker spürst. Ältere oder besonders gefährdete Personen brauchen eventuell a bissl mehr – aber wilde Sprünge helfen selten.
  • Is es billiger, die Heizung auszuschalten, wenn i weg bin, oder runterzudrehen?
    Bei kurzen Wegen (ein paar Stunden) is a paar Grad runterdrehen oft besser als komplett ausschalten. Bei längerer Abwesenheit verhindert a niedrigere „Absenktemperatur“, dass’s Haus auskühlt und dann teuer wieder aufzuheizen is.
  • Warum fühlt sich’s trotz 21 °C kalt an?
    Kalte Oberflächen, Zugluft und nackte Böden können an Raum ungemütlich machen, auch wenn die Lufttemperatur passt. Teppiche, schwere Vorhänge und geschlossene Türen bringen oft mehr Komfort als den Thermostat weiter raufzudrehen.
  • Zahlen sich smarte Thermostate dafür aus?
    Sie sparen net automatisch von allein, aber Funktionen wie lernende Zeitpläne, Vorheizen und Fernsteuerung bringen dich oft zu gleichmäßigerem, effizienterem Heizen – besonders bei plötzlichen Kälteeinbrüchen.

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